02.05.2006 :: Frankfurt Senckenberg :: Evolution – Mensch – Kultur - Statement Mosbrugger
Evolution – Mensch – Kultur -
Verändert Kultur die Evolution des Menschen?
Wie keine andere naturwissenschaftliche Erkenntnis prägt die Evolutionstheorie, die in wenigen Jahren ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, das Selbst- und Kulturverständnis des Menschen – dies sollte man zumindest erwarten. Tatsächlich beschäftigen sich aber auch heute noch mehr Philosophen mit Plato, Kant und dem Deutschen Idealismus als mit den philosophischen Konsequenzen der Evolutionstheorie. Ebenso ist der Einfluß der Mathematik und Physik auf die Philosophie noch immer wesentlich größer als der Gedanke der Evolution; den Einfluß der Evolutionstheorie auf unser Verständnis von Kultur, die ja ein evolutionäres Produkt darstellt, sucht man (fast) vergeblich. Umgekehrt ignorieren aber offensichtlich auch die Evolutionsbiologen gerne die Rolle der Kultur, denn durch die kulturell-technische Entwicklung des Menschen wird die Darwin’sche Selektion und damit die Evolution des Menschen weitgehend ausgeschaltet.
Die Veranstaltung befaßt sich mit diesem Spannungsfeld aus „Evolution – Mensch – Kultur“, die Podiumsdiskussion wird entsprechend um zwei Grundfragen kreisen:
Muß eine moderne Philosophie, Geisteswissenschaft und Kulturwissenschaft nicht auf der Evolutionstheorie aufsetzen und sich sehr viel stärker als bisher mit dieser auseinandersetzen?
Wie funktioniert eigentlich die kulturelle Evolution, was kennzeichnet sie und welche Bedeutung hat sie für die biologische Evolution des Menschen?
Prof. Dr. Volker Mosbrugger
Professor für Paläontologie, Universität Frankfurt/Main
Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt
Tel. 069 7542 213
Mail: vmosbrugger@senckenberg.de
Web: www.senckenberg.de
Vita Prof. Dr. Volker Mosbrugger
Zur Person
1973-1979: Studium der Biologie, Meeresbiologie und Chemie an den Universitäten Freiburg i.Br. und Montpellier(F), Staatsexamen in den Fächern Biologie und Chemie, Universität Freiburg i. Br.
1980-1983: Universität Freiburg i.Br., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Arbeit an der Dissertation, Promotionsstudium in Geologie/ Paläontologie, Promotion zum Dr. rer. nat.
1984-1989: Hochschulassistent am Institut für Paläontologie, Universität Bonn, Habilitation
1990-2005: Inhaber des Lehrstuhls “Allgemeine Paläontologie” am Institut für Geowissenschaften, Universität Tübingen
1994: Sprecher des SFBs 230 “Natürliche Konstruktionen” (Universitäten Stuttgart und Tübingen)
1994-2001: Sprecher des SFBs 275 “Klimagekoppelte Prozesse in meso- und känozoischen Geoökosystemen” (Universität Tübingen)
Februar 1999: Verleihung des Leibniz-Preises der DFG
seit 2001: Ehrenprofessor der Universität Jilin, China
2001: Sprecher des Interfakultären Forschungsschwerpunktes ” Evolution der Organismen und Bio-Geosphären-Dynamik”
Seit 1. Oktober 2005: Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg, Frankfurt
Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für die Grube Messel
Fachgutachter der DFG für Regionale und Historische Geologie
Stellvertretender Präsident der Paläontologischen Gesellschaft.
Vorsitzender der DFG-Senatskommission “Geowissenschaftliche
Gemeinschaftsforschung”
Ausgewählte Veröffentlichungen
V. Mosbrugger (2000): Natürliche Ökosystemdynamik – Lernen aus der Vergangenheit.- Rundgespräche der Kommission für Ökologie, Bd. 18 “Entwicklung der Umwelt seit der letzten Eiszeit”. S. 17-28; Pfeil, München;
V. Mosbrugger & M. Claussen (2001): Paläoklimaforschung als
Klimasystemforschung. – In: NEGENDANK, J.F.W. (ed.): Klimaweißbuch. Terra Nostra 2001/7: 164-170;
V. Mosbrugger (2001): Natürliche Katastrophen aus evolutionsbiologischer Sicht.- In: H. D. Becker & B. Domres (Hrsg.): Katastrophe – Trauma oder Erneuerung?, Attempto Verlag, Tübingen: 57-76;
V. Mosbrugger (2003): Die Erde im Wandel – die Rolle der Biosphäre.-Naturwissenschaftliche Rundschau. 56(7): 357-365;
V. Mosbrugger (2003): Global Change – eine zentrale Herausforderung für die Geowissenschaften. In: D. Cansier, E. Dworog & S. Kirsch (Hrsg.): Herausforderung Umwelt – Wissenschaftliche Zielkonzeptionen und ihre Umsetzung. Metropolis-Verlag, p. 21-41;
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